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B&S will Umsatz bis 2020 verdoppeln

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Die Anfänge von B&S liegen im Jahr 1990. Als kleiner Handwerkerservice musste sich das Unternehmen zunächst mit einem Kellerbüro begnügen. 1993 bezog der Dienstleister dann sein erstes richtiges Büro. Damals betrug der Jahresumsatz 150.000 DM. Inzwischen ist B&S bei einem Umsatz von 5,5 Mio. Euro angelangt und möchte die Leistung bis 2020 auf den doppelten Wert erhöhen. “Wenn wir eigenständig bleiben wollen, müssen wir wachsen”, sagt Geschäftsführer Thomas Deckert, der gemeinsam mit Michael Troll das Unternehmen seit 1997 leitet. Dabei will sich B&S die im Vergleich zur Reinigung deutlich höheren Margen im technischen Gebäudemanagement zunutze machen. Bei der Reinigung seien die “goldenen Zeiten” vorbei. Weil die Gebäudetechnik und die Umweltbestimmungen immer komplizierter werden, gäben jedoch immer mehr Unternehmen ihr Gebäudemanagement an externe Dienstleister ab.

Dennoch macht die klassische Gebäudepflege noch etwa die Hälfte des Gesamtgeschäfts des Dienstleisters aus. Der Rest verteilt sich unter anderem auf TGM, Energiemanagement, Security-Dienste und Catering/Hospitality sowie den Vertrieb von Waschraumhygieneprodukten. “Durch die EU-Erweiterung hat sich der Markt in einen Verdrängungswettbewerb der Billiganbieter verwandelt”, sagt Martin Krieg, Bereichsleiter Reinigung bei B&S. Gerade im Rhein-Main-Gebiet sei die Konkurrenz extrem hoch. Dem Preisdruck wollen die Bad Homburger mit einem Qualitätssicherungssystem begegnen. “Regelmäßig überprüfen Mitarbeiter gemeinsam mit dem Auftraggeber vor Ort unsere Leistung”, erklärt Krieg. Der Kunde gebe dann eine Bewertung nach dem Schulnotensystem ab und liefere auf diese Weise Verbesserungsimpulse.

Daneben hat das Unternehmen sich und seine EDV auf die Dokumentationsansprüche seiner Kunden eingestellt. Auf das System haben nicht nur die Mitarbeiter per mobilem Endgerät Zugriff, auch die Kunden können sich aufschalten. Zur Kundschaft von B&S gehören 42 Fonds sowie z.B. die Banken BNP Paribas und BCA, der Outdoorhändler Globetrotter und der Kriechölhersteller WD 40.

Netzwerkpartner statt Subunternehmen
Regional ist B&S bereits gewachsen. Zum Firmensitz Bad Homburg, an dem das Unternehmen derzeit etwa 65% des Gesamtumsatzes generiert, hat sich als nächstgrößerer Standort München gesellt. Außerdem ist B&S in Köln sowie – auf Kundennachfrage – in Berlin und Hamburg vertreten. Bad Homburg soll aber Hauptstandort bleiben. “Wir sind standorttreu und zahlen hier unsere Steuern”, sagt Deckert. Die 680 m² große Firmenzentrale wird gegebenenfalls erweitert.

Eigene Mitarbeiter besitzt das Unternehmen 65, davon etwa 30% Objektleiter. Zudem arbeitet es mit etwa 47 Fachfirmen zusammen, unter anderem aus den Gewerken Heizungsbau, Brandschutz und Elektrik und Abfallwirtschaft, deren Leistungen B&S einkauft. Deckert bezeichnet diese Unternehmen als Netzwerkpartner. Den Begriff Subunternehmen versucht er hingegen zu vermeiden. Insgesamt sind dadurch etwa 850 Menschen für B&S im Einsatz. Dabei nimmt B&S auch auf die Personalpolitik der Netzwerkpartner Einfluss und fordert bestimmte Qualifikationen oder Vergütungen. “Wir haben eine sehr geringe Personalfluktuation”, ergänzt der Geschäftsführer. Eine Ursache sieht er darin, dass B&S bei privaten Problemen der Mitarbeiter hilft und diese z.B. auch bei Amtsgängen begleitet.

Ein Spezialgebiet von B&S ist das Industrieklettern, einst als persönliches Steckenpferd von Geschäftsführer Michael Troll entstanden. Mittlerweile stellen die Bad Homburger ihre Spezialkräfte in diesem Segment auch anderen Dienstleistern zur Verfügung. Eine Aufgabe, mit der sich B&S seit etwas jüngerer Zeit beschäftigt, ist der Mieterausbau. Zudem bietet das Unternehmen Eigentümern Leerstandsmanagement an und entwickelt z.B. Musterbüros. “Wir vermakeln nicht, aber wir vermarkten”, erklärt Deckert. Ein Geschäftsfeld, das sich dagegen etwas rückläufig entwickelt, ist die EDV-Reinigung. Diese würden viele Unternehmen mittlerweile ihren eigenen Mitarbeitern überlassen.

Über ihre Nachfolge brauchen sich die beiden Geschäftsführer keine Gedanken zu machen. Aus beider Familien stehen Nachwuchskräfte parat.

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